Objektkunst


Der Barcode und der Antichrist

„...dass niemand kaufen oder verkaufen kann, er habe denn das Malzeichen, nämlich den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens ... und seine Zahl ist sechshundertsechsundsechzig.“

Dieses ,Tier’, das in dieser, inzwischen sehr bekannten Passage aus dem dreizehnten Kapitel der Johannes-Offenbarung vorkommt, soll der so genannte ,Antichrist’ sein. Das System, das er einführt, wie man in der Offenbarung weiter lesen kann, soll sich über die ganze Erde erstrecken. Die Vorstellung, dass ein auf Zahlen basierendes Wirtschaftssystem schon vor zweitausend Jahren beschrieben wurde, ist an sich ungeheuer. Noch merkwürdiger ist die Zahl 666.
Tatsache ist, dass die Computer-Strichcodes, die mittlerweile so gut wie alles Kaufbare kennzeichnen, stets dreimal die Zahl sechs aufweisen. Es scheint das Erkennungszeichen zu sein, worauf das ganze System basiert.

Quelle: Tibor Zelikovics
Die kommende Zeitenwende und das Goldene Zeitalter
(Veröffentlicht in EFODON-SYNESIS Nr. 1/2000)

Offenes Atelier 2010




Mäbenberg: Abenberger Wald 2,
91166 Georgensgmünd
15. bis 16. Mai 2010

Lassan: Lange Straße 10,
17440 Lassan
21. bis 24. Mai 2010
A9 - EINE IMPRESSION

Ein Film von Gertraud Maria Schmidbauer und Olaf Mierau.

Der Film entstand dann freiwillig, aber nicht die Bilder die zu sehen sind.
Die Reisenden haben tatsächlich alles und in Echtzeit erlebt was zu sehen ist.

Genre: Dokumentation, Experimental. Dauer: 22min

Kamera: Gertraud Maria Schmidbauer und Olaf Mierau
Schnitt: Gertraud Maria Schmidbauer
Musik: Titus Vadon

Erzählerinnen, Erzähler und ihre Geschichten:

Martin Tolksdorf
Adriana Zartl
Philipp Schmidt
Tini Keinrath
Werner Seyka
Dagmar Streicher
Dirk Stermann
Petra Meisel
Hermes
Birgit Denk
Günther Paal
Katharina Steyrleithner
Johannes Pepelnik
Violine:
Antonia-Alexa Georgiew
Chor:
Karin Vadon
Loretta Vadon
Paul Wimberger
Konzept: Titus Vadon
Beratung: Ferdinand Melichar
http://www.ost-klub.at/programmI.php?id=1418&lang=1&m=03&y=2010&location=1

BUND FRÄNKISCHER KÜNSTLER





28. Juni 2009
Jahresausstellung auf der Plassenburg in Kulmbach

Kunst:Offen Vorpommern

vom 
30.05.2009
bis
01.06.2009
von 10.00-18.00 Uhr

Lange Straße 10
17440 Lassan
0172-9955205    

Tag des offenen Ateliers






06.06.2009, 14 – 18 Uhr
und
07.06.2009, 11 – 18 Uhr




91166 Georgensgmünd-Mäbenberg,
Abenberger Wald 2
09172-7408

Zu Gast: Reinhard G. Bienert "Ezimo"

Laudatio von Reinhard Knodt

Die Erde ist eine Spiegelung des Himmels

Dass zeitgenössische Künstler ihre Tätigkeit nicht mehr ausschließlich im traditionellen Werksinn definieren, ist ein mittlerweile bekannter Sachverhalt. Der Ausdruck „Werk“ hatte sich ausgehend von seinem bescheidenen und handwerklichen Sinn etwa der mittelalterlichen Bauhütten bis ins 19. Jh. emphatisch aufgeladen. Das „Werk“ war zunehmend Ausdruck genialen Schöpfertums und mithin etwas, das seinen Ursprung auf überpersönliche Instanzen zurückführte. Die Betrachtung des „Werks“ prätendierte Verehrung und das schien nun im 20. Jh. zunehmend übertrieben. Statt vom „Werk“ sprach man in der bildenden Kunst der Moderne seit den zwanziger Jahren daher lieber von Arbeit. Die Arbeit als Lebensvollzug – sinnfällig gemacht durch den bekannten Aufsatz von Tretjakov . Der sprach von der Arbeit des Schriftstellers als verantwortlichem Dasein, oder bei Caesare Pavese, der vom „Handwerk des Lebens“, oder bei Camus, der vom Versuch spricht „objektiv“ zu leben.

Die „Arbeit“ als Einzelstück war dabei die unprätensiöse Bezeichnung eines physikalischen Produkts mit handwerklichem Wert und daher auch Marktwert geworden. Diesem Begriff der künstlerischen „Arbeit“ den man gewissermaßen der Moderne und damit den Demokratisierungsprozessen der sozialistischen und antisozialistischen Bewegungen zurechnen kann ist nun mittlerweile auch wieder in der Schwebe, und zwar zum einen durch die Erfahrung einer völlig Trennung von handwerklichem und markttechnischem „Wert“ und zum anderen – wohl damit zusammenhängend - durch die in Frankreich und USA intellektuell erfolgreiche Postmoderne, die auch den Künstler anders definiert, man könnte sagen, im Sinne einer Rolle im Rahmen einer Korrespondenztätigkeit, zwischen Marktmechanismen, Politik, Kulturdiskurs, Vermittlertätigkeit und Lebenstätigkeit. Der Künstler ist gewissermaßen kein Heros mehr sondern eine Art Zuträger im Betrieb, ein Animatuer und Ideengeber. - Sehr wichtig dabei ist, dass heute auch der Begriff des Schöpferischen nicht mehr notwendig mit dem Begriff des Künstlers zusammengebracht wird. Wir alle sind schöpferisch oder haben es zu sein vom Unternehmer bis zum softwareentwickler und sollten irgendwelche kreativen Potentiale brachliegen werden sie in Freizeitkursen gepäppelt.

Marc Augé, der vor einer Woche in Berlin einen Vortrag über die postmoderne Situation des Künstlers hielt , merkte dazu an, dass dabei die heute prominenten Künstler eines global instrumentierten ästhetischen Diskurses nicht ohne Grund die Architekten seien. Maler, Bildhauer, die vielen Formen des Happenings und des situation-design wie sonstiger Zwischenformen, müsse man sozusagen als sekundär und als Zuträger und vielleicht als Popularisateure der „Situation postmoderne“ einordnen.

Die Überlegung eines auf Architektur sich zuspitzenden Kunstdiskurses legt nun natürlich allerlei Überlegungen nahe, zum einen etwa die stärkere Betonung von Kunstwerken, die im Zusammenhang mit Architektur auftreten, wozu von Christo bis zur Nürnberger Verhüllung des Schönen Brunnens so manches zu zählen währe, zum anderen aber – und dies ist in der Malerei gelegentlich spürbar, Versuche einer neuen Definition von künstlerischer Arbeit, etwa als Meditation. Solche Versuche sind zur Zeit auffällig. Auch Gertraud Maria Schmidtbauer gehört dorthin, denn was sie tut, kommt im Grunde einer Meditation näher als einer „Arbeit“, anders ausgedrückt, die künstlerische Arbeit Gertraud Schmidbauers ist gewissermaßen vorgeführte Meditation, und zwar eine über die Jahre gehende Meditation zu dem Satz „die Erde ist eine Spiegelung des Himmels“. Die Künstlerin tut offenbar nichts anderes als Himmel und Erde zu malen in Hunderten von Varianten, in Hunderten von Größen. Sie nennt ihre Arbeiten „Landschaften“ was einen weiten Bogen schlägt. Die Bezeichnung „Landschaft“ hatte ursprünglich den Sinn des Prospekts, also einer gezeigten Gegend, mochte diese klein der groß, verfremdet oder realistisch sein, auch Phantasielandschaften oder philosophische, historische symbolische Landschaften hätte man darunter gezählt. Hier jedoch ist nun das alles nicht der Fall, würde zumindest nicht besonders befriedigen, denn Gertraud Schmidbauer stellt in diesem prospektiven Sinne gar keine „Landschaften“ her, was sie herstellt - sind Varianten einer Meditation von Landschaft. Wie gesagt, die Erde ist eine Spiegelung des Himmels.

Himmel und Erde, Himmel und Wasser. Wir fühlen uns gelegentlich an Richters schwarz weiß Arbeit „Meer-Meer“ erinnert und fragen uns, ob man diese Arbeiten auch auf den Kopf gestellt betrachten könnte, was aber nicht geht. Die zugegeben gekonnte Wolkendarstellung, die Lichtführung vom Dunkel ins Helle des Horizontes, die Stimmungsvaleurs von düsterem Himmel, in den das Licht bricht bis zum hellen Himmel, der dennoch fahl und totenbleich wirkt, schließlich die Dünungen des Meeres, da ist eine durchaus zuzugebende Meisterschaft im Detail, aber ansonsten herrscht auf diesen sogenannten Bildern doch eigentlich nur Leere, das Nichts. Es ist kein Akzent zu sehen, nichts gemeintes, nichts „Dargestelltes“ eben außer Himmel und Erde – aber was ist Himmel und Erde? Und an genau diesem Punkt denke ich kann man den ästhetischen Anspruch finden, das worauf das Ganze hinaussoll, eine ästhetische Korrespondenz zu Anderem, etwas das sich zuletzt eben doch auf den Betrachter überträgt:

In der hinduistischen Kosmologie, schwimmen die vier Erdteile auf dem Urmeer des Kosmos. In ihrer Mitte, sozusagen dort, wo sie zusammenhängen, wächst der Lotos. Sein Stängel ist die Weltachse seine Blätter bilden die schwimmende Unterlage der Kontinente. Seine Blüte ist der Himmel. Der Lotos als Weltmittelpunkt und Verbindung von Wasser, Erde und Himmel war für die hinduistische Mythologie so beherrschend, dass selbst Buddha noch mit ihm direkt identifiziert wird.

In der germanisch nordischen Mythologie ist Himmel und Erde durch Ygdrasil verbunden, die Weltesche. Sie trägt den Himmel, zwischen ihren Wurzeln wohnen die Menschen, die Riesen und die Zwerge unter ihren Wurzeln quillt der Brunnen, aus dem Odin oder auch Wodan Weisheit schöpft, aus ihm steigen die Nornen. Genauso wie die Inder – (die übrigens auch eine Baumversion ihres Mythos kennen), den Lotos heilig halten, stellten unsere Vorfahren Baum- und Steinsäulen auf und hielten diese als Versinnbildlichung der Himmelsträgerschaft heilig.
Dass der Himmel von irgend etwas getragen werden muss scheint ein durchgängiger konstruktiver Zug zahlreicher Kulturen zu sein, wir kennen Atlas, der das Himmelgewölbe trägt, eine sehr folgenreiche Version war Platos Konstrukt einer Kugelform des Weltalls, die er als Ineinander von kristallenen Schalen vorstellte, eine Überlegung, an die übrigens Plotin anschloss, der das Helle Geistige der Welt nach außen und das Dunkle Kalte und Materielle der Welt nach Innen – gewissermaßen ins Erdinnere legte. Durch die Vermittlung über Augustinus und Dante kamen unsere Vorstellungen einer Hölle und eines Himmels zustande, die Hölle gewissermaßen als innerster bösester Kern der Erde und Gott und die Seinen als bester und hellster Teil des Himmels. Die Welt selbst ist im Christentum ein Schauplatz des Kampfes zwischen Himmel und Erde.

Und wie ganz anders trägt sich das zu in der schon vierhundert Jahre vor Christi Geburt angedeuteten Erklärung des Buddhismus! Der Buddhismus hatte, sozusagen in Beruhigung des ewig sich verzehrenden Bildes vom Enstehen und Vergehen was Erde und Himmel betraf ein ganz anderes kosmologisches Bild entwickelt, ein Bild der Harmonie, der nicht nur gewünschten, sondern der bestehenden Harmonie, von der es nur durch Erkenntnismangel Abweichungen und Verharren im leidvollen Jetzt gibt. Dieses Modell einer prinzipiellen Harmonie und der Definition des Leidens als Zustand minderer Erkenntnis, kam mit dem Upanishadenkenner Schopenhauer, in die Salons des intellektuellen Deutschland und führte zunächst nur unter Künstlern und Intellektuellen, heute aber durchaus schon in breiteren Kreisen zu einer Auffassung der zumindest möglichen Harmonie im Zusammenspiel von Kräften, die einstmals als Böse oder gut definiert wurden, einer Auffassung, die

„Beseelt vom Gedanken einer „Harmonie zwischen Mensch und Natur, Erde und Universum“ würde Gertraud Schmidtbauer arbeiten, heißt es auf der Einladungskarte, und dass die Harmonie, die zwischen Himmel und Erde besteht, auch „spürbar und lebbar“ sei.... Nun - dies ist im Grunde eine buddhistische Formel, aus der sich ergäbe, dass wir geeignete Formen eines Weges zu dieser Lebensform der Harmonie finden müssten. Der Zen hat diesen Gedanken praktisch gemacht und seine Wege sind, wie wir wissen, sehr verschieden. Sollten Sie sich eine der hier ausgestellten Meditationsspuren kaufen, oder sollten Sie es überhaupt für möglich halten, dass mit Hilfe des Pinsels nicht nur chinesische Schriftzeichen Ausdruck einer nahezu buddhistischen Welthaltung sein könnten, sollten Sie eine Verbindung zwischen dem Gedanken eines Meditationsweges und einer zutiefst europäischen Kunst – nämlich der Landschaftsmalerei – spüren, dann verstehen Sie, worauf es Gertraud Schmidtbauer ankommt. Nicht auf das einzelne Bild, nicht auf ein „Werk“, nicht auf die Landschaft, die Himmel und Erde zeigt, sondern auf die Korrespondenz zu einer Erfahrung, die nicht einfach Bilderfahrung ist.

Wer sehnt sich nicht nach Harmonie! – Mir fällt da ironischerweise immer das alte Lied von Bert Brecht ein, in dem es heißt, ja natürlich währ’ ich lieber gut, doch die Verhältnisse sie sind nicht so.... Bert Brecht schrieb das auf der Folie einer christlichen Moral, die ja auch eine sozialistische war, die Moral der menschlichen Solidarität, von der man sich in den Kulturen des Abendlandes ständig Ausnahmen erlaubt, weil die Verhältnisse nicht so sind, oder die man meint erst herstellen zu müssen nach dem Motto, wir müssen überall Demokratie einrichten, denn erst können wir alle in Frieden und Harmonie leben. – Das ist die Vorstellung vom Kosmos als einem Weltenbau, den wir in Ordnung bringen müssen indem wir uns auf die Seite des Guten schlagen und gegen das Böse kämpfen. Tatsächlich aber ist vielleicht zwischen Himmel und Erde bereits die vollkommenste Harmonie und es gälte nur, sie zu entdecken und zu leben!

Die Leistung um die es dabei ginge, wäre eine Form der Meditation – einer Wendung des Blicks hin auf einen Zusammenhang, der frei ist von der Vorstellung eines Kampfes, weil, wie in diesem Fall behauptet, die Erde nicht etwas das Gegenteil sondern einfach bloß eine Spiegelung des Himmels ist.

Reinhard Knodt

Weihnachts-Kunst-Markt





vom 1. bis 23.12.2008
Bienert Kunst + Design,
Wölckernstraße 74,
Nürnberg



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Laudatio von Olaf Mierau

Zuerst gab es die „Briefmarken“: Tausende kleiner farbigster Mininatur-Unterwasserspermien, schwerelos erzählend. Ein Bild – ein Jahr. „Briefmarke“, weil man das fertige Bild wie eine Briefmarke vom Block riss und die Perforation blieb.

Das war etwa 1985, nach einem Politologiestudium und den 68igern in München, der Journalistin mit eigenem Pressedienst in Bonn, der Pressereferentin in München, der ersten Frauenkommune und allen Geschichten und Prägungen, die aus dieser Zeit, der davor und der danach einhergehen. In ihrem neuen Leben wechselte sie zu Öl und zu Landschaften, mitunter schon vermeintlich abstrakt, die ihr Harmonie und vor allem wieder Frieden gaben.

Tausende Schichten, dreidimensional, ein Bild – ein Jahr. Die Motive die es „in echt“ gar nicht gab. Ihre „Seestücke“, was immer dieses Wort sagen soll, zeigen immer das Meer und den Himmel, so wie ihn nur die Natur selbst hinbekommt: Unwirklich, klangvoll harmonisch, nachdenklich, suchend, fragend, erzählend, unwillkürlich. Eine fast zwanghafte maritime Selbsttherapie, die sie süchtig zum workaholic werden ließ.

Vor etwa drei Jahren schaffte sie es, Ihre Bilder auch zu zeigen und unter größtem Trennungsschmerz zu verkaufen. Ihre Werke sind in höchstem Masse unzeitgemäß. Vielleicht liegt das an dem fränkischen Bauernhof aus dem 17. Jahrhundert, auf dem sie entstehen, ihre Meerbilder.

Man kann sie hören, sie sehen jeden Tag und bei jedem Licht anders aus, sie erzählen auch die Bilder darunter, wenn man genau hinhört. Man kann sich an ihnen im wahrsten Sinne des Wortes erfreuen und immer wieder seinen Frieden finden.

Ausstellung in Waischenfeld

Die ganze Welt in den Händen zweier Künstlerinnen

Beide sind engagierte Mitglieder des Kunstvereins SPECTRUM, Bildende Kunst im Landkreis Roth. Roswitha Hölle und Gertraud Schmidbauer – zwei sehr unterschiedliche Persönlichkeiten, die in ihrer Kunst ganz unterschiedliche Wege beschreiten. Die eine besticht durch ihre intensive Auseinandersetzung mit dem Medium Ton, die andere perfektioniert eine altmeisterliche Meisterschaft der Malerei. Zu den Skulpturen von Roswitha Hölle gesellen sich noch Steinskulptur, Lehmrelief und Designschmuck. Gertraud Schmidbauer hingegen konzentriert sich nicht nur auf die Malerei an sich, ihre Gemälde widmen sich auch einem ausgesprochen engen Themenkreis.
Ist da eine gemeinsame Ausstellung der beiden bildenden Künstlerinnen eine beliebige Zusammenstellung oder gibt es mehr Gemeinsamkeiten als nur ihre Vereinszugehörigkeit zu SPECTRUM?
Auf den ersten Blick verbindet die Arbeiten der beiden Künstlerinnen eine überraschend schnell den Betrachter fesselnde Wirkung. Handelt es sich um „gefällige“ Kunst? Ja – auch. Sowohl Hölles als auch Schmidbauers Exponate überzeugen – erst einmal – mit einer offenen, sehr sprechenden Schönheit. Man verweilt gerne mit den Blicken auf diesen Arbeiten, die zwar keinesfalls plakativ oder nur-dekorativ, aber auf den ersten Blick eben auch nicht verrätselt daherkommen. Auf den zweiten Blick erschließt sich aber eine Tiefe in den Kunstwerken der beiden Künstlerinnen, die auf eines der großen Potentiale von Kunst verweisen: Hier wird mit künstlerischen Mitteln die Welt erschlossen, erarbeitet, die Welt und was hinter ihr noch liegen mag.
Indem sich Roswitha Hölle und Gertraud Schmidbauer zusammentun, gelingt ihnen wirklich eine weltumfassende Sicht auf die Dinge, decken sie als Team doch die vier Elemente ab: Das Universum der Keramikerin verbindet durch Material und Herstellungsprozess Erde und Feuer, die Landschaftsansichten und vor allem die Seestücke von Gertraud Schmidbauer ergänzen dazu mit viel Luft und Wasser; ein verbindende Überschneidung ergibt sich im Element Erde. Verbleibt man also etwas länger mit seinen Gedanken und Empfindungen in diesem künstlerischen Doppelentwurf, erschließt sich einem schnell jenseits der anfangs gemutmaßten Beliebigkeit des schönen Scheins das Ineinandergreifen und einander ergänzen dieser Kunsträume, die gerade zusammen ein welterklärendes Ganzes erreichen, das weit über die Summe der einzelnen Exponate hinausreicht.
Die Elemente, also die Welt, stellen beide Künstlerinnen zum Diskurs. Ist sonst nichts als eben die Elemente, oder laden Luft, Erde, Feuer und Wasser gerade dazu ein, nach dem zu suchen, was erschuf, was verband und verbindet? Auch bei gegenständlichen Ausflügen von Roswitha Hölle oder der sehr realistischen Naturschilderung Gertraud Schmidbauers öffnen sich die Farben und Formen bei einer gewissen Betrachtungsausdauer zu einer gedanklichen Projektionsfläche, die zu fühlen und zu füllen die Aufgabe an den Ausstellungsbesucher ausmacht. Beide Künstlerinnen laden letztlich zur Mediation ein. Ihre Werke zeigen ein „Etwas“ und meinen gleichzeitig auch immer ein „(viel) Mehr“, das dahinter liegt. Letztlich vereint die beiden ihre nicht aufdringliche, manchmal sogar eher schüchtern vorgetragene Einladung, sich anhand des künstlerischen Anstoßes auf eine Sinnsuche, also auf die Suche schlechthin zu begeben!


ANDREAS FRIEDRICH

Meeresausstellung in Fresenhagen

vom 5. bis 11. August im Rio Reiser Haus in Fresenhagen

Die Meeresbiologien Dr. Martina Löbl und die Malerin Gertraud Schmidbauer gestalten gemeinsam eine Ausstellung zum Thema Meer

Können Muscheln schwimmen?
Was fressen Seesterne?
Wie verändert sich das Wattenmeer?

Die Meeresbiologin Dr. Martina Löbl berichtet mit vielen Fotos über Tiere und Algen im Meer und zeigt, wieviel Leben in einem einzigen Wassertropfen stecken kann. Es wird über neueste Forschungsergebnisse berichtet und erklärt, warum wir Menschen dieses Ökosystem so dringend brauchen.

Das Meer als Spiegel unserer Seele

Gertraud Maria Schmidbauer malt Bilder, die uns aus der Seele sprechen. Sie zeigt die ursprüngliche Harmonie zwischen Mensch und Natur, die noch immer möglich ist.
Ein meditativer Ansatz, bei dem es nicht nur um die Landschaft als solche geht, sondern um die Vertiefung in sie. Denn jeder kann diese Harmonie, die von der Natur ausgeht und von Anfang an zwischen Himmel und Erde besteht, erspüren und erleben. Und dies ganz besonders dort, wo Himmel und Erde sich berühren: Am Meer.

Tag des offenen Ateliers


Am Samstag, 5. Mai 2007,
von 13.00 bis 18.00 Uhr und
am Sonntag, 6. Mai 2007,
von 11.00 bis 18.00 Uhr
ist mein Atelier geöffnet.
Lesung am Sonntag, 6. Mai 2007,
um 16.00 Uhr:
Dr. Reinhard Knodt liest aus seinem Buch "Das Haus"

Lesung zum Thema LANDSCHAFT

Am 14. April 2007, 20.00 Uhr
lesen Mitglieder der Autorengruppe Sonderzeit
in Nürnberg-Gostenhof, Volprechtstraße 18
aus ihren Werken